Blockheizkraftwerk (BHKW)

Ein Blockheizkraftwerk, es wird auch kurz BHKW genannt, ist eine Methode, um kostengünstig und energiesparend zu heizen und Strom zu gewinnen. Obwohl diese Technologie noch relativ neu ist, wurde mit der Serienproduktion begonnen. Das Kraftwerk besteht aus einem Gehäuse, das etwa so groß ist, wie ein Kühlschrank. Es ist das Herzstück der Anlage. In diesem Block werden Wärme und Strom erzeugt. Entscheidet man sich für ein BHKW, ist der Einbau schnell und einfach durchgeführt. Vor Ort muss der Block nur noch von einem Fachmann installiert werden.

Unter dem Begriff verstecken sich stromproduzierende, effiziente Heizungen. Es gibt sie in unterschiedlichen Größen und auch die Wahl der Brennstoffe ist variabel. Im Grunde verbirgt sich hinter dem Blockraftwerk, auch Blockheizkraftwerk (abgekürzt BHKW) ein kleines, kompaktes Kraftwerk. Den Namen hat das Gerät aufgrund seines Aussehens. Er wird in einem Block ausgeliefert, welches das Gehäuse darstellt und sorgt dennoch für eine Wärme („Heiz“) und Stromversorgung („Kraftwerk“). Sie sind bereits so ausgereift, dass sie als Massenproduktion herstellt werden und vor Ort nur noch installiert werden.

Wie ist ein Blockkraftwerk aufgebaut?

Das Prinzip ist bei jedem Blockkraftwerk gleich. Es gibt einen Generator, einen Motor und den Wärmetauscher. Der Motor wird mit dem jeweiligen, gewählten Brennstoff versorgt  und der Generator sorgt dafür, dass die daraus erzeugte Energie in elektrischen Strom umgewandelt wird. Die Abwärme, die dabei anfällt wird dann durch den Wärmetauscher als Heizenergie im Haus genutzt. Die dazu verwendeten Motoren wurden aus bereits bekannten Motoren weiterentwickelt. Darunter fallen LKW-, Schiffs- und PKW-Motoren. Die Motoren laufen konstant und sorgen so dafür, dass sie eine höhere Laufleistung besitzen und die Lebensdauer sich verlängert. Die heutigen, modernen Blockkraftwerke arbeiten mit einem Wirkungsgrad von 80 bis 95 Prozent. Das ist sehr viel, vergleicht man dies mit einem Photovoltaikmodul, welches nur einen Wirkungsgrad von 20 Prozent aufbringt, dafür die eingesetzte Energie jedoch kostenfrei ist.

Verschiedene Größen eines BHKWs

Jedes Haus braucht unterschiedlich Energie. Ein Einfamilienhaus weniger, als ein Mehrparteienhaus. Deswegen werden Blockheizkraftwerke auch in verschiedenen Größen für jeden Bedarf hergestellt. Abhängig von dem Einsatzgebiet sind die kW, also die Kilowatt, die benötigt werden, um das Gebäude mit Wärme und Strom zu versorgen.

  • Für ein Ein- oder Zweifamilienhaus reicht eine Leistung unter 2,5 kW.
  • Mehrfamilienhäuser benötigen, je nach Anzahl der Wohnungen bzw. Bewohner, ein BHKW, das zwischen 2,5 und 15 kW Leistung bringt.
  • Ämter, Wohnblocks, Kleingewerbebetriebe und Mehrfamilienhäuser können mit zwischen 15 kW und 50 kW versorgt werden.
  • Große Wohnblocks oder Siedlungen benötigen ein Blockheizkraftwerk, das zwischen 50 kW und 5 MW leistet.
  • Kraftwerke, deren Stärke bei über 5 MW liegt, können ganze Stadtviertel mit Strom und Wärme versorgen.

Welche Arten von Blockkraftwerken gibt es?

Die ersten Unterschiede der einzelnen Blockkraftwerke findet man bereits bei der Wahl der Brennstoffe. So kann zwischen, Gas, Öl, Pellets, Hackschnitzeln oder Diesel gewählt werden. Für jede Brennstoffart wird ein anderer Motor für das Blockkraftwerk verwendet. Am häufigsten kommen Verbrennungs- und Stirlingmotoren zum Einsatz.

Die Größenunterschiede der BHKWs

Es gibt nicht nur Unterschiede bei den Brennstoffarten, sondern auch in den Größen der einzelnen Blockkraftwerke. Die Größe richtet sich immer nach dem Bedarf, denn es sollte so gewählt werden, dass der Strom- und Heizungsbedarf des Gebäudes gedeckt wird. Alle Blockkraftwerke unter einer elektrischen Leistung von 2,5 kW fallen unter dem Begriff Nano-Blockheizkraftwerk und eignen sich hervorragend für Ein- bis Zweifamilienhäuser. Blockkraftwerke mit einer elektrischen Leistung zwischen 2,5 kW und 15 kW werden Mikro-BHKW genannt und sind für Ein- bis Mehrfamilienhäuser geeignet. Ein Mini-BHKW sind Blockraftwerke mit einer Leistung zwischen 15 kW und 50 kW und werden in Wohnblocks, Mehrfamilienhäuser, Ämter oder Kleingewerbe eingebaut. Bei einer Leistung zwischen 50 kW und 5 MW spricht man von einem Groß-BHKW und wird in der Industrie, in Ämtern oder in Wohnblocks eingesetzt. Ab 5 MW werden ganze Stadtviertel mit dem großen Heizkraftwerk versehen.

Vorteile eines Blockheizkraftwerkes

Die Vorteile liegen klar auf der Hand, man bekommt Strom und Wärme aus einer Hand. Es ist erwiesen, dass sich die Anschaffung nach etwa 10 Jahren amortisiert. Danach wird sogar Gewinn eingefahren. Der Strom, der zu viel produziert wird, kann ins Stromnetz eingespeist werden. Dafür bekommt der Betreiber Geld. Entscheidet sich ein Hausbesitzer, ein größeres Kraftwerk als notwendig einbauen zu lassen, amortisiert es sich schon nach etwa 5 Jahren. Ab diesem Zeitpunkt verdient er damit bares Geld. Ein weiterer Vorteil, der sich vor allem in der Anschaffung bemerkbar macht, ist die staatliche Subvention, die der Betreiber erhält. Der Umwelt wird mit dem Einbau eines BHKWs ebenfalls Gutes getan. Normale Kraftwerke haben einen Wirkungsgrad von gerade einmal 50%, ein Blockheizkraftwerk arbeitet mit 90%. Durch die perfekte Energienutzung wird der CO2 Ausstoß minimiert. Nur das BHKW kann Strom und Wärme erzeugen. Daher wird das Prinzip des Kraftwerks auch Kraft-Wärme-Kopplung, kurz KWK, genannt. Im Sommer sind Gewitter oft Ursache von Stromausfällen. Auch wenn die Nachbarn, die an das öffentliche Stromnetz angeschossen sind, im Finsteren sitzen, hat der Besitzer eines BHKWs Strom. Anders als andere umweltfreundliche Energieerzeugungsanlagen, wie beispielsweise Photovoltaik- oder Solaranlagen, ist das Blockheizkraftwerk von außen unsichtbar. Es wird in einem Kellerraum untergebracht.

Nachteile des BHKWs

Ein Blockheizkraftwerk hat nur wenige Nachteile. Es ist der Anschaffungspreis, der relativ hoch ist. Beim Betrieb des Kraftwerkes ist man vom aktuellen Rohstoffpreis abhängig. Steigt dieser, steigen auch die Betriebskosten für das BHKW. Eine hohe Laufleistung ist erforderlich, das Gerät sollte nur selten ein- und ausgeschaltet werden.

Fachbegriffe im Zusammenhang mit BHKWs

Der erste Begriff, mit dem man konfrontiert wird, ist kWh, also Kilowattstunde. Darunter versteht man die Leistung, die das Blockheizkraftwerk in einer Stunde produziert.

Kraft-Wärme-Kopplung bedeutet, dass das Gerät Strom produziert. Durch diesen Prozess entsteht eine Abwärme. Diese wird in das Heizungssystem eingespeist.

Der Wirkungsgrad wird in Prozenten angegeben. Er gibt darüber Auskunft, wie viel des zugeführten Brennstoffes in Energie umgewandelt werden kann. Bei Blockheizkraftwerken beträgt dieser Satz in den meisten Fällen 90%.

Die Kosten eines Blockheizkraftwerkes

Die kleinsten Modelle kosten in der Anschaffung etwa 10.000 Euro. Dazu kommen noch die Kosten für die Zustellung, das Zubehör, die Inbetriebnahme und, sofern es gewünscht wird, die Kosten für einen Pufferspeicher. Gesamt kommt man auf einen Preis von in etwa 15.000 Euro.

Für den Betrieb eines BHKWs wird Brennstoff benötigt. Man muss allerdings bedenken, dass auch für den herkömmlichen Heizungsbetrieb ein Brennstoff gebraucht wird. Allerdings wird durch das Blockheizkraftwerk der zugeführte Betriebsstoff besser verwertet als bei normalen Heizungsanlagen. Zudem ist man noch unabhängig vom Strom. Die Wartungskosten sind relativ gering, man kann ungefähr mit 2 bis 3 Cent pro erzeugter kWh Strom rechnen. Je leistungsfähiger die Anlage ist, umso geringer schlagen sich die Betriebskosten zu Buche.

Förderungen für das BHKW

Wer sich für die Anschaffung eines Blockheizkraftwerkes entscheidet, kann Darlehen und Zuschüsse in Anspruch nehmen. Die KfW, die Kreditanstalt für Wiederaufbau ist eine öffentliche Bank, die mit zinsgünstigen Darlehen energiesparende Maßnahmen unterstützt. Welche Förderung für den Einzelnen infrage kommt, darüber gibt die KfW Auskunft. Teils sind Förderungen und Zuschüsse kombinierbar.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, kurz BAFA genannt, bezahlt Zuschüsse für die Errichtung eines BKHWs bis zu einer Leistung von 20 Kilowatt. Diese Förderung beträgt zwischen 1.425 und 3.325 Euro, abhängig von der jeweiligen Leistung des Kraftwerks. Werden zusätzlich noch Wärme- und Kältespeicher installiert, kann pro m2 ein Zuschuss von 250 Euro beansprucht werden.

Wurde das Kraftwerk spätestens 2015 in Betrieb genommen, kann eine zusätzliche Förderung beansprucht werden. Dazu muss die Anlage bei der BAFA angemeldet werden. Ebenfalls bekommt der Betreiber eine Vergütung, weil er die Leitungen des öffentlichen Stromnetzes nicht nutzt. Präzise gesagt lautet diese Förderung „Vergütung für die Vermeidung von Netzkosten“.

Einzelne Bundesländer gewähren zusätzliche Förderungen. Oftmals lassen sich auch verschiedene Förderungen und Subventionen kombinieren. Es lohnt sich daher, sich genauer zu erkundigen.

Kostenrückerstattung beim Betrieb eines BHKWs

Speist man Strom in das öffentliche Netz, verdient man regelmäßig damit Geld und könnte dadurch den Status eines Unternehmers erlangen. Das ist kein Nachteil, denn wenn man ein Gewerbe anmeldet, kann die Vorsteuer vollständig beim Finanzamt geltend gemacht werden.

Hat ein Blockheizkraftwerk eine Nennleistung unter 2 MW, wird man von der Stromsteuer befreit. Diese liegt in etwa bei rund 2 Cent pro kWh. Die Befreiung gilt auch dann, wenn der Strom an umliegende Grundstücke weitergegeben wird.

Da das BHKW mit Brennstoff betrieben wird, für den Energiesteuer bezahlt wird, kann auch diese zurückgefordert werden. Die Höhe der Rückerstattung hängt vom Betriebsmittel ab. Ansprechpartner für den Antrag zur Rückerstattung der Energiesteuer ist das zuständige Hauptzollamt.

Unterstützung für bei der Erledigung der Formalitäten bekommt man vom Hersteller. Er weiß darüber Bescheid, welche Formulare und Anträge benötigt werden, um sämtliche Förderungen und Subventionen zu bekommen. Oftmals übernehmen die Hersteller des BHKWs die Anmeldung beim BAFA oder dem Stromnetzversorger.

Warum sich für ein Blockkraftwerk entscheiden?

Besonders die wirtschaftlichen Vorteile überzeugen viele, sich für ein Blockkraftwerk zu entscheiden. Allein die Anschaffung verspricht bereits eine satte Rendite. Nur zehn Jahre beträgt die Amortisationszeit und danach kann bereits Gewinn erzielt werden. Die Strom- und Heizkosten werden minimiert und der überschüssige, erzeugte Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist, welches wiederum vergütet wird. Aber auch der Wert eines Gebäudes steigt durch die Anschaffung eines Blockkraftwerkes. Ein weiterer, positiver Aspekt ist der Umweltschutz, denn ein Blockkraftwerk ist bedeutend umweltfreundlicher als manche anderen Heizsysteme.